Mali - Dogonland 1

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Mittlerweile sind wir über Sevaré und Bandiagara nach Sangha gefahren. In Sevaré am Busbahnhof haben wir Adama, unseren Dogon-Guide kennengelernt. Heute wohnen wir bei ihm im Nachbardorf Bongo. Am Nachmittag besuchen wir den Markt in Sangha und zwei Ortsteile von Sangha, Ogolae du haut und Ogolae du bas.
Auf dem Markt drängen sich die Menschen, überall wird gebruzzelt und auf jedem kleinen Fleckchen haben die Verkäufer ihre Ware ausgebreitet. Es gibt kaum Verkaufsstände, alles spielt sich auf dem Boden ab. An der Kleidung erkennt man sofort, dass man nicht mehr am Niger ist, sondern im etwas entlegenen Gebiet der Dogon-Völker.
Ausser diesen typischen Wohnhäusern sehen wir zwei Togunas, die Versammlungshallen der Dogon und ein maison sacreé, dessen Grundstück wir aus religiösen Gründen nicht betreten dürfen.
Wir gehen zurück nach Hause. Von diesem kleinen Berghang haben wir einen schönen Blick auf Bongo. Hinter den Häusern am oberen Bildrand fällt das Kliff steil ab, das müssen wir uns natürlich heute noch anschauen.
Der Ausblick ist grandios, ich stehe mit einem Fuss direkt am Abgrund. Die kleinen Häuser unten gehören schon zum Dorf Banani, wo wir ein paar Tage später auf dem Rückweg vorbeikommen werden.

Im letzten Sonnenlicht nehmen wir unsere Eimerdusche und klettern anschliessend auf die Felsen oberhalb des Hauses. Der ideale sunset point. Hier gibt es keine blaue, sondern eine rote Stunde. Ein magisches Licht überströmt uns. Heute schlafe ich draussen. Im Zimmer sind es auch um 23 Uhr immer noch 28 Grad bei null Luftbewegung.

Für die nächsten drei Tage habe ich nur das Nötigste in den kleinen Rucksack gepackt. Heute stehen 17 km auf dem Programm. Hinter Bongo durchqueren wir das fruchtbare Tal, wo überall Zwiebeln angebaut werden.
Wie Ameisen laufen die Frauen mit ihren Wassergefässen zwischen den Feldern umher. Das Wasser wird aus dem nahegelegenen Fluss geholt.
Über steinige Pfade mit tollen Ausblicken laufen wir zunächst bergab. Adama erzählt unterwegs viele interessante Dinge ohne uns jedoch ständig vollzuquatschen. Mit ihm haben wir wirklich eine gute Wahl getroffen.
Am Ende dieses Tales erreichen wir schliesslich das Dorf Tiogou. Das Dorf liegt an einer Klippe, kurz vorher müssen wir über steile Felsen hinunterklettern.
An den Häusern gibt es hier alte, aus Holz geschnitzte Türen und Fenster. Adama erklärt uns die Bedeutung der einzelnen Figuren, und davon gibt es eine ganze Menge. Dargestellt ist praktisch die ganze Familiengeschichte. Die einzelnen Elemente: Frau mit Zwillingen, Mann mit ältestem Sohn, Schildkröten, Kayman, Schlange, Meerjungfrau, Mann am table renard, Fuchs, Masken mit Symbolen für Regen und Erde.
In diesem Dorf sprechen wir nicht mit dem Chef, verteilen aber die ersten Colanüsse an ein paar ältere Männer.

Weiter gehts durch ein Tal mit abgeernteten Hirsefeldern und vorbei an Gärten mit Zwiebeln und Salat.

Nach weiteren 4 km erreichen wir Yendouma, wo wir gegen 12 Uhr unsere Mittagspause machen. Es gibt Reis mit Zwiebelsosse und dazu süsse Kartoffeln, eine perfekte Mischung. Dazu eine kühle Cola, welch ein Luxus.
Nach dem Essen ein Nickerchen im Schatten. Ich lausche im Halbschlaf den Geräuschen aus dem Dorf: Spielende Kinder, tratschende Frauen und das dumpfe, stampfende Geräusch der Mörser.
Gegen 15 Uhr brechen wir auf nach Yedouma-Ato, das sind nochmal 3 km über einen kleine Hügel hinauf. Am Ortseingang steht ein Dorfwächter, ein mit Lehm beschichteter Stein in Form eines riesigen Fingerhutes. Zur Abwehr böser Geister wird das ganze noch mit Blut und einer weisslichen Hirsesosse übergossen.
Yendouma-Ato ist eine weitere Steigerung. Die eckigen Speicherhäuschen mit den Zipfelmützen aus Stroh ziehen sich bis weit den Berghang hinauf. Dahinter eine gigantische Felswand.
Ganz oben wohnen die Alten. An einem kleinen Platz dort treffen wir drei alte Männer und verteilen eine Runde Colanüsse. Die werden gerne genommen und sofort zerkaut.
Auf einem Felsen sind mehrere Häuser einer grossen Famile. Das sieht von unten wie eine kleine Burg aus.
Ständig müssen wir aufpassen, dass wir keine heiligen Stätten betreten oder die verkehrten Hauswände berühren. Hier ist ein Guide wirklich unbedingt zu empfehlen.
Herrliches Fotolicht jetzt, das wir auch voll ausnutzen.

Beim Einbruch der Dämmerung sind wir wieder zurück in Yendouma, wo wir unser Nachtlager im Freien aufschlagen. Im Dorf sind noch lange rhytmische Trommelklänge zu hören. Trotz Dogon-Wolldecke wird es recht frisch, morgens zeigt mein Thermometer nur noch 19 Grad an.

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